Winzerfestumzug 2019

von Philipp Bevier
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Am 13. Oktober 2019 feierte Neustadt mit weit über 75.000 Besuchern den Winzerfestumzug. Mit der Startnummer 45 von insgesamt 111 waren wir mittendrin.

In Wochenlanger Kleinarbeit verwandelten wir eine Gewöhnliche Rolle in einen Preisgekrönten Festwagen. Angefangen mit Schweißarbeiten bildete sich nach und nach der Grundstock aus Metall. In circa vier Metern Höhe wurden schließlich die Befestigungsvorrichtung für das Hambacher Schloss angebracht, welches gleichzeitig die Bergstation der Gondel wurde. Um dem tatsächlichen Erscheinungsbild eines Berges möglichst nahe zu kommen, wurde das bereits vorhandene Stahlgerüst mit Hasendraht verkleidet, der wiederum in mühevoller Arbeit mit Rainfarn bestückt wurde. Dieser musste allerdings in stundenlangen Sammelaktionen und trotz ungemütlichen Regenschauern per Hand gesammelt, auf einen Hänger geladen, an der Rolle von sämtlichen Blättern oder versehentlich mitgesammelten anderen Pflanzen oder auch Tieren getrennt werden, zu kleinen Sträußen verarbeitet und dann in die Maschen des Drahts gesteckt werden. Die Seitenverkleidung der Rolle bildete letztlich Efeu und das Kürzel „LJ“ für „Landjugend“ wurde von professioneller Hand mit noch nicht verwelktem, also gelbem Rainfarn, auf die Talseite des Berges gesteckt. Das Grundgerüst der Talstation wurde aus Dachlatten gebaut, die anschließend mit Weinreben und Zypressen verkleidet wurden. Auch auf die Innenauskleidung wurde akribisch geachtet, die aus einem rustikalen Jutesack hergestellt wurde. Nachdem dann auch der selbst gestochener Rollrasen auf der Rolle und die aus einer Weinkiste hergestellte Gondel an der Seilbahn befestigt war, waren die Vorbereitungen im Großen und Ganzen abgeschlossen. Parallel zu den genannten Aufbauarbeiten liefen auch Säuberungsaktionen der übrigen Beförderungsmittel, Druckaktionen von Stickern, die dem Motto „Gondelbetriebe Hambach“ entsprechen und Diskussionen über versehentlich verarbeitete Erbstücke sowie die Kleiderordnung am Umzug selbst.
Am Tag des Umzugs war Treffpunkt für 9 Uhr angesetzt, da das Schloss noch montiert werden musste und letzte Detailarbeiten, wie zum Beispiel die Verzierung von Festwagen und Zugmaschinen mit Sonnenblumen, das Bild unseres Umzugswagens vervollständigten. Gegen elf Uhr waren wir bereit zum Aufbruch und machten uns auf den Weg Richtung Neustadt. Um dreizehn Uhr konnten wir von uns behaupten, ohne große Sach-, Personen- oder Wagenschäden und pünktlich angekommen zu sein. Leider nahm der Alkoholpegel anonymer Mitglieder schon vor dem tatsächlichen Loslaufen proportional zur Uhrzeit zu, weshalb wir noch vor der Ankunft bei den Kameras des Fernsehens von verantwortungsbewussteren Mitgliedern diszipliniert werden mussten. Sogar während wir die Strecke abliefen, gab es außer einem zerbrochenen Weinkrug keine weiteren Verluste. Wir beendeten den Umzug mit guter Laune und ließen den Tag bei einem gemeinsamen Essen im Jägerstübchen ausklingen.
Noch am selben Tag hörten wir Gerüchte darüber, dass wir einen Preis gewonnen hätten. Dies bestätigten sich am nächsten Morgen durch einen Artikel in der Rheinpfalz. Wir konnten mit unserem Wagen den Ehrenpreis des Verkehrsvereines e.V. Neustadt an der Weinstraße erzielen und erhielten damit ein Preisgeld von 500 Euro.Wir können im Großen und Ganzen also von uns behaupten, dass sich unser Einsatz und Engagement in jederlei Hinsicht gelohnt hat. Sowohl hinsichtlich des Preisgeldes als auch unseres Zusammenhaltes.

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